Neuer Artikel zum Werte­system von CEOs erschienen

A Moral Foundations Perspective on CEO Political Ideology

Moritz Appels, Marc Kowalzick, Michael Woywode

Journal of Management 2026

 

Die politische Einstellung von CEOs beeinflusst zunehmend, wie sie ihre Unter­nehmen führen und welche strategischen Entscheidungen sie treffen. Bisherige Studien gehen häufig davon aus, dass liberal eingestellte CEOs stärker auf Gleich­heit achten und deshalb eher faire Ergebnisse und gesellschaft­lich verantwortungs­volles Handeln von Unter­nehmen unter­stützen. Konservative CEOs werden in diesem Zusammenhang oft als Gegenpol betrachtet. Doch ist diese Unter­scheidung tatsächlich so eindeutig? Die Moralpsychologie zeigt, dass sich liberale und konservative Menschen nicht nur darin unter­scheiden, wie wichtig ihnen Gleich­heit ist, sondern auch darin, welche moralischen Werte sie besonders betonen. Während Liberale stärker individuelle Rechte und das Wohlergehen einzelner Menschen in den Mittelpunkt stellen, legen Konservative häufig mehr Wert auf Gemeinschaft, Zusammenhalt und den Schutz gesellschaft­licher Gruppen. Auf dieser Grundlage lässt sich vermuten, dass sowohl liberal als auch konservativ eingestellte CEOs faire Ergebnisse und gesellschaft­lich verantwortungs­volles Unter­nehmens­handeln unter­stützen können – allerdings aus unter­schiedlichen moralischen Beweggründen.

Eine Unter­suchung von mehr als 1.600 CEOs aus Unter­nehmen des S&P 1500 liefert Hinweise darauf, dass der Zusammenhang zwischen politischer Einstellung und unter­nehmerischem Handeln nicht linear verläuft, sondern eher einer U-Form folgt. Das bedeutet, dass sowohl besonders liberal als auch besonders konservativ eingestellte CEOs entsprechende Praktiken befürworten können. Damit wird die bisherige Annahme infrage gestellt, dass vor allem liberal eingestellte CEOs soziale Verantwortung und ausgewogene Ergebnisse unter­stützen. Stattdessen zeigt sich, dass unter­schiedliche politische Über­zeugungen auf verschiedenen moralischen Grundlagen beruhen können, aber dennoch zu ähnlichen unter­nehmerischen Entscheidungen führen.

Zurück