Neuer Artikel zum Wertesystem von CEOs erschienen

Die politische Einstellung von CEOs beeinflusst zunehmend, wie sie ihre Unternehmen führen und welche strategischen Entscheidungen sie treffen. Bisherige Studien gehen häufig davon aus, dass liberal eingestellte CEOs stärker auf Gleichheit achten und deshalb eher faire Ergebnisse und gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen unterstützen. Konservative CEOs werden in diesem Zusammenhang oft als Gegenpol betrachtet. Doch ist diese Unterscheidung tatsächlich so eindeutig? Die Moralpsychologie zeigt, dass sich liberale und konservative Menschen nicht nur darin unterscheiden, wie wichtig ihnen Gleichheit ist, sondern auch darin, welche moralischen Werte sie besonders betonen. Während Liberale stärker individuelle Rechte und das Wohlergehen einzelner Menschen in den Mittelpunkt stellen, legen Konservative häufig mehr Wert auf Gemeinschaft, Zusammenhalt und den Schutz gesellschaftlicher Gruppen. Auf dieser Grundlage lässt sich vermuten, dass sowohl liberal als auch konservativ eingestellte CEOs faire Ergebnisse und gesellschaftlich verantwortungsvolles Unternehmenshandeln unterstützen können – allerdings aus unterschiedlichen moralischen Beweggründen.
Eine Untersuchung von mehr als 1.600 CEOs aus Unternehmen des S&P 1500 liefert Hinweise darauf, dass der Zusammenhang zwischen politischer Einstellung und unternehmerischem Handeln nicht linear verläuft, sondern eher einer U-Form folgt. Das bedeutet, dass sowohl besonders liberal als auch besonders konservativ eingestellte CEOs entsprechende Praktiken befürworten können. Damit wird die bisherige Annahme infrage gestellt, dass vor allem liberal eingestellte CEOs soziale Verantwortung und ausgewogene Ergebnisse unterstützen. Stattdessen zeigt sich, dass unterschiedliche politische Überzeugungen auf verschiedenen moralischen Grundlagen beruhen können, aber dennoch zu ähnlichen unternehmerischen Entscheidungen führen.